Dienstag Mittag Dienstschluss ?!

Mich bringt normalerweise so schnell eigentlich nichts aus der ruhe, aber manche aussagen meiner lieben kinderleins dann doch.

Folgendes Szenario: Freitag kurz nach 11 Uhr, ich verabschiede mich von den Kindern und wünsche ihnen ein schönes Wochenende. Meine beiden Kolleginnen haben noch zwei Unterrichtsstunden mit ihnen, während ich einen kurzen Tag habe, damit ich rechtzeitig auf der Fachhochschule bin.

Ein Mädchen meiner Klasse sagt: „Ach ich glaube ich werde auch Lehrerin, wenn man da immer so früh aus hat.“ Bamm, das sitzt! Ich drehe mich um und gehe.

Wenn ich 22 Stunden die Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig. Dann kann i hamgehen. (Quelle: http://wien.orf.at/news/stories/2705268/)

Mir ist bewusst, dass die Arbeitszeiten der Lehrer ein heikles Thema sind und viele ernsthaft glauben, außer unseren 22 Stunden in der Klasse machen wir nichts. Wie viel Vorbereitung, Nachbereitung und administrative Arbeit auch dahinter steckt, wird leider nicht gesehen.

Ich frage mich, wie die Eltern mit dem Kind zuhause sprechen und was sie über uns Lehrer sagen, dass es so reagiert. Der Lehrberuf hat deutlich an Ansehen verloren und wird nicht mehr im gleichen Ausmaß wertgeschätzt wie früher. Juli, August sind die beiden Gründe, warum man Lehrer wird. Es ärgert mich, wenn so über den Lehrer/die Lehrerin gedacht wird. Natürlich gibt es diese Lehrer leider auch, genauso wie es auch schlechte Ärzte gibt. Trotzdem darf man den Kindern von heute nicht schon solche Bilder vermitteln, sondern sollte sich selbst ein ehrliches Bild machen.

Ich mache meinen Beruf wirklich gerne und ich fände es wirklich wichtig, dass die Gesellschaft und allen voran die Politik dem negativ Image des Lehrberufs ein Ende setzt und aufzeigt, wofür wir eigentlich noch „nebenbei“ angestellt werden. Wir betreiben nicht nur Wissensvermittlung!

Quelle: https://www.bllv.de/Aktuelles.7594.0.html
Quelle: https://www.bllv.de/Aktuelles.7594.0.html

2 Kommentare auch kommentieren

  1. Sonja sagt:

    Da hast du völlig Recht!!!
    Unsere Vorbereitungszeiten an den Nachmittagen, Wochenenden und in den Ferien werden leider gar nicht gesehen.
    Man kann nur in kleinen Schritten beeinflussen zB die Familie und Freunde, wenn sie bemerken wie viel wir doch tun. Und hoffentlich verbreiten sie das dann…
    Aber solange die Öffentlichkeit nur die Handtaschenlehrerinnen sieht, die um 12 Uhr die Schule verlässt, schaut es schlecht für uns aus…

  2. Ursula Ida sagt:

    Wir können uns weiterhin über unser mangelndes Ansehen beklagen; Groll tut nicht gut. Also was tun? Die Erwachsenengeneration hat sich vielleicht ihre Meinung bereits gebildet. Ich denke, dass Elternabende eine Gelegenheit sind, immer wieder Beispiele zu geben, dass Lehrersein bedeutet, sich allumfassend (auch während vermeintlicher Erholungs- sprich Ferienzeiten) mit dem Beruf auseinanderzusetzen? Wenn wir durch die Welt gehen, sehen wir sie im Hinblick auf unsere Tätigkeit, um junge Menschen zu bilden, die Welt ins Klassenzimmer zu holen. Und das ist eine Aufgabe, die uns permanent in Anspruch nimmt, so wir diesen Anspruch auch haben.
    Der Generation, die wir ausbilden, können wir auch ein reales positives Bild über uns mitgeben. Wie? Beispiel: Wenn über Berufe gesprochen wird, sich den Lehrerberuf genauer anschauen.
    Erst gestern, als die 2. Klasse „die Lehrer“ der VSK waren, meinte eine Schülerin der 2. Klasse entrüstet: „Das Mädchen macht gar nicht das, was ich will. So konnte diese Schülerin erfahren, was es heißt, zu lehren…
    Gemeinsam mit den SuS über die Lehrerrolle reflektieren…eine schöne Sache, denn so erhält man gleich ein Feedback und kann unreflektierte Aussagen zurechtrücken 🙂

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